Schneeschuhwandern für Anfänger –
ein Leitfaden

Was brauche ich beim Schneeschuhwandern? Welche Touren sind geeignet für Anfänger? Welche Schneeschuhe benötige ich? Schneeschuhwandern sieht auf Anhieb ziemlich einfach aus, doch wie bei jeder Sportart gilt es einige Dinge zu beachten. Damit deine erste Schneeschuhwanderung ein schönes und unvergessliches Outdoor-Erlebnis wird, haben wir in diesem Leitfaden 7 wertvolle Tipps und Tricks zusammengetragen.

Inhaltsverzeichnis

Konditionelle Voraussetzungen

Das Schneeschuhwandern ist körperlich anspruchsvoll. Daher ist eine gute Grundkondition zu empfehlen. Wer nicht halbwegs fit ist, wird nach einigen hundert Metern bereits an seine Grenzen kommen und sich nach seinem Hotel sehnen. Besonders wenn der Schnee tiefer wird, wird jeder Schritt ein riesiger Akt. Der Muskelkater am nächsten Tag ist vorprogrammiert. Wir empfehlen dem vorzubeugen und bereits im Sommer etwas für deine Kondition zu tun. Sei es das gute, alte Laufband im Fitnessstudio oder noch besser: regelmäßiges Wandern. Dabei kannst du dir die folgende Faustformel merken: Eine Stunde Wandern im Sommer entspricht grob geschätzt etwa 10 Minuten beim Schneeschuhwandern in verschneiten Bergwelten. Nimm unbedingt ausreichend Essen und Trinken mit. Durch die körperliche Belastung als auch durch die niedrigen Temperaturen wirst du einen erhöhten Kalorien- und Flüssigkeitsverbrauch haben. Tipp: Protein- oder Müsliriegel bieten sich hier an, da sie gute Kraftlieferanten sind und kaum ins Gewicht fallen. Eine volle 1 Liter Wasserflasche gehört ebenso in den Rucksack. Auch wenn es selbstverständlich erscheinen mag: Wähle deine Schneeschuhwandertour weise aus! Es gibt flache Wanderwege mit wenigen Höhenmetern, die zu besteigen sind, und es gibt sehr steile Wege mit vielen Höhenmetern. Genauso gibt es Wege mit tiefem Schnee als auch Welche mit wenig Schnee. Es gibt sowohl lange Wege als auch kurze Wege. Wer sich selbstüberschätzt, tut sich am Ende keinen Gefallen. Falls du dich zu den Leuten mit einer eher schwachen Kondition zählst, solltest du erstmal nur ein bis zwei Stunden wandern. Falls du mit einer mittelmäßigen Kondition ausgestattet bist, kannst du eine drei bis vier stündige Wandertour auf dich nehmen. Wenn du gut in Form bist kann es auch eine Ganztagstour sein.

Die richtigen Schneeschuhe finden

Bevor wir auf die eigentlichen Schneeschuhe zu sprechen kommen, sollten wir zunächst auf deine Schuhe eingehen, also die, die du in die Schneeschuhe einspannen wirst. Eins steht fest: Schneeschuhwandern ist eine nasse Angelegenheit. Daher ist wasserdichtes Schuhwerk wichtig. Es muss auch deine Füße fortwährend warmhalten. Am besten eignen sich feste Bergschuhe oder Wanderschuhe. Viele Schneeschuhwanderer nutzen auch einfach ihre Snowboardschuhe. Damit der Schnee nicht in die Schuhe eindringen kann, was bei frischem Pulverschnee sehr leicht passieren kann, nutzen viele Schneeschuhwanderer die sogenannten Garmaschen. Das ist ein Überzug, den man über die Füße bis zu den Waden stülpt. Zusätzlich hält es diese Körperregion schön warm. Nachdem wir das geklärt haben, kommen wir zu den Schneeschuhen. Das Konstrukt eines Schneeschuhs ist simpel. In der Mitte befindet sich die sogenannte Bindung, in die du deinen Bergschuh positionierst und festbindest. Um die Bindung herum gibt es den Rahmen (meist aus Aluminium oder Plastik). Achte darauf, dass die Rahmen an der Unterseite viele Krallen bzw. Spitzen haben. Sie sorgen dafür, dass du im Schnee nicht rutschst. Je mehr Krallen desto besser. Zusätzlich gibt es eine große Greifkralle entlang des Fußballens für einen besseren Halt auf Eis und Gelände mit Steigung. Eine Steighilfe macht sich ebenso bei alpinem Gelände bezahlt. Meist handelt es sich hierbei um einen simplen Bügel, den du hochklappen kannst. Dadurch liegt deine Ferse höher und erleichtert damit den Bergaufstieg. Durch die Gewichtsverlagerung greift die Kralle am Fußballen besser in den Boden. Die Frage nach der passenden Schneeschuhgröße hat nichts mit deiner Fuß Größe zu tun, sondern mit deinem Gewicht, denn die Bindung des Schneeschuhs ist einstellbar und passt sich daher jeder Fußgröße an. Da der Schneeschuh in seiner Funktion das Absinken im Schnee verhindern soll, muss die Auflagefläche des Schneeschuhs größer werden, je größer das Gewicht ist. Hiermit ist das Gesamtgewicht des Wanderers gemeint, also inklusive Rucksack und Bekleidung. Die kleinste Schneeschuhgröße 22 trägt bis zu 70 kg. Eine mittlere Größe 25 trägt bis zu 100 kg und für mehr als 100 kg ist die Schneeschuhgröße 30 nötig. Darüber hinaus bieten einige Schneeschuh-Hersteller extra Modelle für Frauen an. Diese unterscheiden sich in erster Linie in Farbe und durch eine etwas schlankere Form als bei den Unisex Schneeschuhen. Bei den Modellen für Frauen empfehlen wir nicht nach Aussehen, sondern Funktionalität zu bewerten. So sind einige dieser Modelle zwar schön bunt, haben aber keine oder zu wenige Krallen an der Unterseite. Tipp: Gerade Anfängern ist es nicht sofort klar, welche Schneeschuhe, die richtigen für sie sind. Daher haben wir den Schneeschuh-Finder entwickelt. Mit diesem simplen Tool kannst du die Schneeschuhe finden, die perfekt zu deiner nächsten Schneeschuhwanderung passen.

Das musst du dabeihaben

Fangen wir bei den naheliegenden Dingen an. Wo Schnee ist, da ist auch Kälte. Absolut notwendig sind daher Mütze, Schall und Handschuhe. Besonders die Handschuhe müssen dick und wasserdicht sein. Unter deiner Winterjacke empfehlen wir mehrere Schichten an Kleidung zu tragen statt einem dicken Kleidungsstück. Da das Schneeschuhwandern durchaus anstrengend ist und deine Temperatur steigen wird, kannst du dann, so wie es für dich angenehm ist, eine oder mehrere Schichten ausziehen und dich so viel wie nötig abkühlen, ohne zu unterkühlen. Trage dicke Wollsocken. Sie saugen zum einen die Feuchtigkeit gut auf und zum anderen sind sie weich und beugen Blasenbildungen vor. Auch Schneeschuhstöcke sind essenziell für das Schneeschuhwandern, insbesondere als Anfänger. Mit etwas Übung sind sie enorme Helfer und erleichtern es dir das Gleichgewicht zu halten. Kommen wir zum Rucksack. Da du den Rucksack über mehrere Stunden tragen wirst, sollte dein Outdoor-Rucksack zum einen funktional sein und zum anderen ergonomisch. Er muss bequem sein und darf beim Wandern nicht stören. Wie schon oben erwähnt, solltest du etwas Essen und Trinken mitnehmen. Dein Körper hat einen erhöhten Verbrauch durch die Anstrengungen in der Kälte. Auch eine Sonnenbrille und Sonnencreme solltest du einstecken. In den Bergen kann die Sonne hell scheinen. Auch der perlweiße Schnee kann dich schnell blenden. Wer schon mal ein Smartphone bei Minusgraden benutzt hat, kennt das Problem: Der Akku verliert drastisch an Leistung. Falls du also schöne Panoramafotos mit deinem Smartphone machen möchtest, solltest du besser eine Powerbank mit einstecken.

So läufst du richtig

Das Schneeschuhwandern ist für Anfänger zu Beginn zwar etwas ungewohnt, aber auch ziemlich simpel. Du setzt einfach einen Fuß vor den anderen. Da der Teufel jedoch im Detail steckt, möchten wir im Folgenden auf die richtige Technik eingehen. Beginnen wir zunächst mit dem Anbringen der Schneeschuhe. Wenn du noch keine Erfahrung damit hast, ist es besser, wenn du die Schneeschuhe im Sitzen oder im Knien anziehst. Lege deinen Schuh mittig in die Bindung des Schneeschuhs und befestige die vorderen und hinteren Riemen fest an deinem Schuh. Laufe anschließend eine kleine Teststrecke, um eventuell nochmal nach zu justieren. Im flachen und ebenen Gelände gibt es eigentlich nicht viel zu beachten. Da Schneeschuhe eine breite Auflagefläche haben, ist es wichtig breitbeinig zu laufen, andernfalls würdest du dir selbst ein Bein stellen. Gerade Anfänger verhaken ihre Schneeschuhe versehentlich ineinander weil sie sich noch nicht an den breiteren Gang gewöhnt haben. Die Stöcke hältst du nah am Körper, ohne allzu ausufernde Armbewegung. Dann sind die Stöcke dir auch eine echte Hilfe. Gilt es einen Berg zu besteigen, der nicht allzu steil ist und keinen harten Boden hat, bietet sich ein Zickzack Kurs (oder Serpentinenform genannt) an, um dir den Aufstieg bequemer zu machen. Beachte dabei, dass Schneeschuhe mit einem runden Rahmen keinen bzw. ungenügenden Halt bieten. Bei steilerem Gelände mit hartem Boden, ist wohl der direkte Weg vorzuziehen. Hierzu verlagerst du dein Gewicht nach vorne, so dass die Greifkralle entlang deiner Fußballen sich in den Boden fressen kann. Die Stöcke benutzt du zur Stabilisierung deines Gleichgewichts. Übrigens, egal ob im flachen Gelände oder im alpinen Gelände: Wenn der Untergrund hart ist, musst du deine Fußstellung so anpassen, dass du den Fuß stets parallel zum Boden aufsetzt, um nicht zu rutschen. Ähnlich als würdest du mit normalen Schuhen über Glatteis gehen. Spätestens hier wird klar wie nützlich die Stöcke sein können. Eine weitere Methode einen steilen Berg hoch zu wandern ist die Krebs-Methode. Dabei positionierst du dich in einem rechten Winkel zum Hang und bewegst deine Füße zur Seite in Richtung Hang anstatt nach vorne. Auch wenn wir hier zwei Methoden vorgestellt haben, einen steilen Hang hochzuwandern, raten wir davon ab Schneeschuhwanderungen mit sehr steilen Neigungen (mehr als 30 Grad) zu begehen. Bergab geht es dann deutlich einfacher. Hierzu verlagerst du dein Gewicht nach hinten. Einige Schneeschuhwanderer gleiten den verschneiten Berg hinunter fast wie auf Ski. Übrigens, unter dem folgenden Link findest du einen ausführlichen Artikel zur richtigen Gehtechnik mit Schneeschuhen.

Sicherheit

Was für Skitourengeher gilt, gilt auch für Schneeschuhwanderer: Wenn du dich abseits gesicherter Routen bewegst, solltest du einige Sicherheitsregeln beachten. Informiere dich im Lawinenlagebericht über die aktuelle Situation in deiner Region. Checke regelmäßig den Wetterbericht. Führe deine LVS Ausrüstung (bestehend aus einem LVS Gerät, das du am Körper trägst, einer Schaufel und einer Sonde) mit dir. Darüber hinaus brauchst du ein Erste Hilfe Set und ein Biwak. Auch eine Karte solltest du immer bei dir haben. Gerade in einer verschneiten Bergwelt verliert man schnell die Orientierung. Wenn du keine Erfahrung im Kartenlesen hast, solltest du das vor deiner Schneeschuhwanderung üben.

Schneeschuhwandern ist ein Teamsport

Es gibt sicherlich nicht viele Sportarten, die einem das Gefühl von Freiheit und Frieden geben können wie das Schneeschuhwandern. Da ist der Gedanke nicht weit, allein los zu marschieren. Doch genau das, solltest du unterlassen. Gehe stets mindestens zu zweit los. So ist im Notfall (z b. bei einer Lawine) jemand da, der dir helfen kann, oder Hilfe holen kann. Bei Anfängern empfiehlt es sich, einen Profi mitzunehmen. Das kann ein Tourguide oder ein erfahrener Schneeschuhwanderer aus deinem Umfeld sein. Ein weiterer praktischer Vorteil gemeinsam zu wandern ist, dass ihr euch beim Spuren abwechseln könnt. Die Person an der Spitze geht hierzu einfach zur Seite, damit die anderen an ihm vorbeiziehen. Eine neue Person spurt nun an der Spitze und die vorherige Person reiht sich hinten wieder ein und kann wertvolle kraft sparen.

Umgang mit Natur und Umwelt

Beim Schneeschuhwandern geht es unter anderem um die Bewunderung der Natur. Doch du solltest dir stets vor Augen halten, dass du als Schneeschuhwanderer „zu Gast“ bist im Lebensraum vieler Tiere und Pflanzen. Halte Abstand zu den Tieren und verhalte dich ruhig. Respektiere den wunderschönen Lebensraum und hinterlasse ihn so, wie du ihn vorgefunden hast.

Die besten Touren für Anfänger

Nachdem wir dich mit zahlreichen Tipps fürs Schneeschuhwandern versorgt haben, wollen wir dir nun einige Wandertouren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz vorstellen, die ideal sind für Anfänger. Sie bieten die volle Pracht an winterlicher Schönheit und sind begehbar auch ohne jahrelange Erfahrung. In unserer interaktiven Routensuche kannst du einige Wandertouren für Anfänger finden.
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Alice

Autorin

Hallo! Ich bin Alice und komme aus Kempten (Allgäu). Das Thema Schneeschuhwandern begleitet mich schon mein ganzes Leben da mein Vater Schneeschuhwanderer ist und mich als Kind regelmäßig auf seine Wanderungen mitgenommen hat.

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